Wohin führt es uns, wenn wir negative Nachrichten und Kritik vermeiden?

Während die Nachrichten uns vermehrt mit Schreckensmeldungen füttern, reagieren immer mehr Menschen damit, dass sie diese nicht mehr hören, sehen und lesen wollen. Der Trend reicht bis in die sozialen Netzwerke und persönlichen Beziehungen, wo Menschen entfreundet werden, weil sie Beiträge posten oder Kritik üben, die dem Anspruch „Nur Positives bitte!“ zuwiderlaufen. Ist diese Art des Umgangs heilsam? Welche Alternativen gibt es und was bringen sie?

Dies ist klar: Wohin wir Aufmerksamkeit schenken, dort wächst etwas. Richten wir uns auf das Schreckliche aus, stärken wir dieses. Gleichzeitig stufen wir es als bedrohlich oder gefährlich ein und folglich entstehen in uns Angst, Furcht, ggf. Schuld. Richten wir uns auf das Schöne aus, entspannen wir uns und sowohl wir wachsen in Liebe, Güte, Freude, Dankbarkeit als auch das Schöne selbst. Wir bestimmen mit unserer Ausrichtung also unsere Befindlichkeit und bestimmen die der Gemeinschaft mit. Denn wenn alle Menschen Schreckliches sehen und hören, leben alle in Angst; erleben jedoch alle Schönes, sind sie in Liebe und Freude. Man verbringt seine Zeit deshalb besser in schöner Natur als mit Horrorfilmen.

Geist schafft Materie – wir gestalten unsere Welt

So schwarz und weiß allein lässt sich die Sache jedoch nicht darstellen. Zum einen bergen Nachrichten verschiedene Botschaften. Ähnlich dem Bild der Hexe oder des Mädchens
http://www.sehtestbilder.de/optische-taeuschungen-illusionen/images/illusion-alte-oder-junge-frau-sehtest.jpg, kann z. B. ein Film über die Rettung verendender Tiere als grausamer Beinahe-Sterbeprozess gesehen werden oder als mutige Rettungsaktion. Ersterer würde als zerstörerische Energie wahrgenommen mit der mögliche Reaktion: Das bringt mich nicht weiter. Letztere hingegen kann zu Engagement inspirieren oder den eigenen Fleischkonsum in Frage stellen. Die mögliche Reaktion: Das bringt mich weiter. Es gilt also, dass wir das sehen, wozu wir in Resonanz stehen. Nicht sehen oder hören zu wollen, ändert an unserer Resonanz nichts.

Die Resonanz wird wesentlich aus dem Unterbewusstsein gesteuert. Wer hier beispielsweise ein Thema mit Gewalt (oder Sex, Geld, Autorität etc.) verborgen hat, der kann vielleicht schwer Gewalt ansehen. Doch diese aus dem eigenen Horizont zu verbannen, ändert nichts am eigenen Unbewussten. Nicht die Nachrichtenkanäle müssen sich also ändern, damit das eigene Wohlgefühl behalten werden kann, sondern die inneren Themen sollten bearbeitet werden. Wie? Indem zunächst die eigenen Reaktionen auf Nachrichten und Kritik wahrgenommen und hinterfragt werden, z. B. so: Was stört mich gerade? Wieso verletzt, berührt mich eine Information? Was fühle ich dabei und wo im Körper?

Wer seine unbewussten Themen gelöst hat, der wird – um im Beispiel zu bleiben – einen Bericht über die Rettung gequälter Tiere noch immer nicht als Nachtlektüre wählen, aber nur, weil die Schwingung nicht zum Einschlafen geeignet ist. Er oder sie wird angesichts solcher Berichte innerlich neutral bleiben und in dieser Neutralität entweder in Aktion treten, wenn ein eigenes Handeln sinnvoll erscheint, oder sich von dieser Gegebenheit verabschieden können. Nicht herzenskalt, aber ohne persönliche Emotion.

Neben dem Unterbewusstsein bestimmen Prägung und Erziehung, wie wir reagieren. Haben wir gelernt, dass Gewalt (oder Sex, Geld, Autorität etc.) schlecht und zu unterlassen ist, werden wir diese verurteilen. Allerdings nur so lange, bis wir eine eigenständige Persönlichkeit geworden sind, die selbst und eigenverantwortlich Maßstäbe setzt.

Unser (Unter-)Bewusstsein bestimmt, wie wir reagieren, nicht die Nachrichten und Meinungen

Was wir um uns herum wahrnehmen, ist letztlich neutral. Wie wir es bewerten, wandelt unsere Wahrnehmung in Emotion. Es liegt also stets in uns, wie eine Sache ist. Und wenn viele auf etwas in gleicher Weise reagieren, liegt die Ursache der Reaktion in vielen. Das kollektive Unbewusste, die Kultur, Sitte oder ähnliche Prägung melden sich. Epiktet, griechischer Stoiker und Philosoph, bringt es auf den Punkt: „Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen.“

Nur Schönes ist in einer dualen Welt nicht möglich, zumindest nicht, wenn es sich um das Schöne als Gegenstück zum Schrecklichen handelt. Wir können das Schreckliche in der Außenwelt noch so sehr meiden, ausklammern, sanktionieren – wenn wir es in unserem Unbewussten in uns tragen, wird es sich auch im Außen manifestieren. Dies gilt ebenso für Kritik, die an uns geübt wird. Keine Frage, dass wir Kritisches ungern hören, doch sind es meist die eigenen geheimen Stimmen, die in anderen laut werden. Es sind unsere Ängste, Zweifel, unsere Unzufriedenheit mit uns selbst, die, wenn nicht wahrgenommen und gelöst, uns von anderen entgegenkommen. Auch daran ändern wir nichts, wenn wir diese Stimmen zum Schweigen bringen.

Haben Sie das Bild eines kleinen Kindes vor Augen, das sich die Ohren zuhält und schreiend umher läuft, weil es die Zurechtweisung der Eltern überhören will? Als Erwachsener in einem solchen Verhalten verhaftet zu bleiben, ist neurotisch. Akzeptanz dessen, was ist, braucht es, damit wir in der Welt zurechtkommen und Veränderungen anstoßen, basierend auf der Wirklichkeit und nicht auf unseren Illusionen.

Die einzige Möglichkeit, der Dualität zu entfliehen, was sich viele Menschen verständlicherweise wünschen, ist es, sich über die Dualität zu erheben. Dazu müssen beide Pole im Innern vollständig angeschaut und durchlebt werden, bis sie als zusammengehörend in ein Ganzes aufgehen. In diesem Zustand der Einheit bewerten wir nicht mehr – wozu auch, wir haben längst begriffen, dass alles den göttlichen Gesetzmäßigkeiten gemäß an seinem Platz ist. An diesem Punkt fürchten wir uns nicht mehr – wovor auch, wir kennen alles und nichts Irdisches kann uns mehr erschrecken.

Nur in der Einheit überwinden wir den Gegensatz von Positivem und Negativem

Wie erreichen wir Einheit? Zugegeben, dies ist ein langer Weg. Wir erreichen sie, indem wir unser Unbewusstes bewusst machen; damit der Weg in das Oberbewusstsein frei wird. Dazu müssen wir nicht in Schreckensszenarios schwelgen. Es genügt, die Ereignisse anzuschauen und zu durchleuchten, auf die wir emotional reagieren. Hier liegen unsere Unbekannten, mit denen wir uns anzufreunden haben. Wer seinen Keller ausgeräumt und gereinigt hat, der kann sich auf den Weg ins Dachgeschoss wagen, indem er oder sie die eigene Schwingung erhöht und die dort liegenden Potentiale befreit.

Es ist eine Lebensaufgabe, diesen Weg zu gehen. Und es ist in Ordnung, noch nicht angekommen zu sein und noch zu bewerten. Mit der Vereinigung der Pole in uns selbst fällt die Einteilung in gut (etwas gefällt mir) und schlecht (etwas gefällt mir nicht) von uns ab. Dies geschieht auf natürliche Weise, erzwingen kann man es nicht. Was man aber für sich tun kann und sollte, um den Weg zu gehen, ist, künstliches Vermeiden zu unterlassen. Wer also von seiner Umwelt fordert, positiv zu sein, damit  er oder sie sich gut fühlen kann, der füttert sein Unterbewusstsein. Bewusstsein kann unter jeglichen Umständen in Frieden sein.

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